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Die Gefahren für unseren einheimischen Braunbrustigel

sind vielfältig und er gerät zunehmend in große Not.

Darum kümmere ich mich mit viel Herzblut bereits seit

über 10 Jahren u.a. um diese bedrohte Tierart.

Über 200 Tiere wurden mittlerweile aufgezogen, behandelt,

gepäppelt, medizinisch versorgt und überwintert.

Es kostet enorm viel Zeit, Kraft, Geld und jede Menge Nerven,

aber jedes einzelne kleine Leben ist es wert!

Sonntag, 8. Dezember 2019

Klein Peggy kämpft ums Überleben 😓

Wunderschöne Eiskristalle 


Inzwischen hatten wir den ersten richtigen Frost - 
bis minus 5 Grad in der Nacht.

Wie mag die kleine Peggy wohl die beiden letzten Nächte 
vor ihrer Aufnahme verbracht haben ?!
Meine Freundin Elfi fand sie auf dem Weg nach Hause - 
nachmittags um 14 Uhr neben dem Weg, als sie an 
einem weggeworfenen Rest eines Pausenbrotes nagte.

Sie ist in einem erbärmlichen Zustand und hat gerade mal 
280 Gramm. Völlig abgemagert und mit einer seltsamen 
Scharte auf der Stirn. 










Wer weiß, wie lange sie auf Nahrungssuche 
 war und kaum fündig wurde. 
Ihr Stachelkleid ist ihr viel zu groß
und sie ist wackelig auf den 
dünnen Füßchen.

Auch gibt die Scharte auf der Stirn 
Rätsel auf. Eine alte Verletzung
einer Tellersense?
Eine verheilte Wunde ist nicht zu 
erkennen, aber es wachsen keine Stacheln
und zieht sich bis hinter ihr linkes Ohr.
Beim Berühren wimmert sie 😰
Der Knochen darunter wölbt sich eigenartig hervor. 






Peggy mit deutlicher Hungerfalte 


Sie bekommt eine Wärmflasche und wird dann medizinisch 
versorgt. Zunächst Infusion mit Vitamin B Komplex.
Danach wird sie mit einer Spritze mit hochkalorischem, 
feinpürierten Aufbaufutter und Fencheltee gefüttert. 






Sie nimmt gierig das Futter, kann aber immer nur kleine Mengen
zu sich nehmen. Also bekommt sie alle paar Stunden Nachschub.
Dennoch hat sie am nächsten Tag auf 264 Gramm abgenommen. 
Ein paar Stunden später wiegt sie trotz Fütterung 
nur noch 254 Gramm 😱

Alle Alarmglocken schrillen, denn so einen enormen Gewichtsverlust 
steckt so ein Zwerg nicht ohne weiteres weg. Sie hat eh keine Reserven.
Als nächstes bekommt sie etwas gegen den Darmsaugwurm, 
der inzwischen sehr häufig sein Unwesen treibt und
unbehandelt immer tödlich endet. 
Zum Glück wird dieses Mittel auch von schwachen Igeln gut vertragen
und stellt kein großes Risiko dar. 

Dann eile ich zum Notdienst und besorge ein Antibiotikum, 
denn hier könnte auch eine Sekundärinfektion vorliegen. 
Unter dem Mikroskop finden sich Capillaria, zunächst ein 
mittelgradiger Befall, der erst behandelt werden kann, 
wenn sie stabil ist. 

Selbst fressen mag die kleine Stachelnase nicht und immer 
wieder wird sie unruhig und kratzt in ihrer Box. 
Ab und zu ist ein leises Wimmern zu hören - 
es geht unter die Haut, sie so erbärmlich zu sehen. 
Eine Minimenge Schmerzmittel bringt ihr hoffentlich 
etwas Linderung. 

Nun sind alle Register gezogen und die Kleine muss selbst kämpfen.
Hier ist mal wieder Daumendrücken angesagt 😰





Derweil zeigt sich der Mond in seiner ganzen Pracht






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