đNachtrag-Post vom 08. September 2019 đ
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Röntgenaufnahme von Jacky |
Die folgende Geschichte ist leider eine traurige, denn
auch diesen Kampf ums Ăberleben haben wir verloren. đ„
Es begann am 08. November 2018
mit dem folgenden Post:
Fundort von Jacky- wer findet den Zwerg ?! |
Er lag in ihrem Garten in einer Grube und
wurde vom Hund Jacky entdeckt.
GlĂŒck im UnglĂŒck,
denn raus gekommen wÀre er
da allein ganz sicher nicht mehr.
Bleibt zu hoffen, dass die Grube inzwischen
abgedeckt wurde.
Jacky war damals stark unterkĂŒhlt und auch sonst
alles andere als gesund. Mehrmals musste
er behandelt werden - die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen,
wie z.Bsp. LungenwĂŒrmer etc.
Er war immer sehr scheu, kam meist erst spÀt nachts
aus dem Schlafhaus um zu fressen und ging
im Januar 2019 auf dem Balkon in den Winterschlaf.
Jacky schlief lange - so lange, dass ich im Mai schon
schlimmste BefĂŒrchtungen hatte - aber er lebte.đ
Da der Balkon Nord-Ost-Ausrichtung hat, kommt morgens
zunÀchst nur wenig Sonne dorthin, was einen lÀngeren
Winterschlaf ermöglicht, als im Garten.
Jedenfalls wurde er dann Ende Mai geweckt -
denn nun war es allerhöchste Zeit, wieder zurĂŒckzukommen đ
Mit einer Vitamin-Gabe wurde er langsam wieder fit -
eine erneute Behandlung war ebenfalls erforderlich.
Nicht selten sind Kotproben nach dem Winterschlaf wieder positiv-
da die Parasiten mit dem Igel in den Winterschlaf gehen und
danach natĂŒrlich auch wieder aktiv werden.
Alles in allem zog sich dadurch der Termin der Auswilderung
bis Ende Juni im AuĂengehege hin. Dann endlich
durfte er in die Freiheit und ward zunÀchst nicht mehr gesehen.
Doch am 08.08.2019 fand ich ihn verletzt im Garten wieder.
Er hatte abgenommen, ein Loch in der linken Bauchseite
und die hintere linke Zehe war verkrustet und blutete.
Jacky am 08.08.19 |
Auch sonst machte er einen kranken Eindruck.
Die Kotuntersuchung zeigte dann auch das ganze AusmaĂ -
Jacky hatte fast alles, was so ein Igel an Parasiten haben kann.
Es begann also erneut ein Kampf ums Ăberleben -
doch wie schwer es wirklich werden wĂŒrde, ahnte zu dieser
Zeit noch niemand đ„
Medis fĂŒr die nĂ€chsten Tage |
Der Behandlungsverlauf beginnt in der Regel damit,
das Tier zu stabilisieren - mit Infusionen, Aufbaumitteln und
Antibiotika- natĂŒrlich Wundversorgung und erst danach
kann gezielt entwurmt werden.
Einzige Ausnahme ist ein Mittel gegen den Darmsaugwurm -
denn dieser verlÀuft unbehandelt immer tödlich.
Gab es es ihn frĂŒher ĂŒberwiegend im Norddeutschen Raum,
so hat er sich inzwischen flÀchendeckend ausgebreitet.
Er ist auch nicht ganz so einfach im Kot nachzuweisen, weshalb man
das Mittel hÀufig prophylaktisch verabreicht, wenn es auch nur die
geringsten Symptome oder Anzeichen fĂŒr einen Befall gibt.
Helle SchleimhÀute, sehr schlechter Allgemeinzustand,
Futterverweigerung, schleimiger oder blutiger Kot etc.
Bei Jacky gab es zwar keine eindeutigen Symptome,
aber sicher ist sicher!
Ein groĂes Problem war auch - er wollte partout nichts
fressen. Egal welches Futter auch immer, keine Chance.
Also blieb nur die ZwangsfĂŒtterung! Doch auch die funktioniert
nur, wenn der Patient halbwegs mitspielt - denn, wenn er den
Futterbrei nicht runterschluckt, hat man verloren.
Zwar können Infusionen eine ganze Weile den Organismus am
Leben erhalten, aber mehr auch nicht.
Der nÀchste Step war, ihn mit einer aufgeteilten Dosis an
Wurmmittel (morgens und abends) zunÀchst gegen
den stÀrksten Befall der Capillaria zu behandeln,
um damit zu erreichen, dass er wieder frisst.
ZusĂ€tzlich bekam er etwas fĂŒr die Darmflora, denn auch
die wird hÀufig geschÀdigt. Kleine Mengen an Schmerzmittel, da
manches Mal auch ein leises Wimmern zu vernehmen war.
Es geht nicht spurlos an einem vorbei, ein Tier
so leiden zu sehen đ„
Verweigerung auf der ganzen Linie |
Alle paar Stunden wurde versucht, ihm Minimengen an
Futter einzuflöĂen - es war ernĂŒchternd und deprimierend,
denn mit der Zunge schob er unverzĂŒglich alles wieder Retoure.
Also weiter Infusionen und Besuche bei der TierÀrztin,
auch zwei Tage stationÀr um ihn zu behandeln und zu beobachten.
Es brachte keinen Erfolg - er verlor stetig an Gewicht đ°
Kot zu weiteren Untersuchungen gab es auch kaum -
ohne Input kein Output đ
Es lieĂ mir keine Ruhe und ich wollte nichts unversucht
lassen, denn Aufgeben war keine Option.
Vielleicht hatte er ein Problem mit der Speiseröhre ?
Trotz groĂer Bedenken konnte die TierĂ€rztin davon ĂŒberzeugt
werden, eine Röntgenaufnahme von Jacky zu machen.
Vielleicht konnte das Aufschluss darĂŒber geben,
warum er vielleicht nicht schlucken konnte/wollte !?!
Leider war auch das ergebnislos đ
Zwei Tage spÀter begab sich Jacky dann auf seine
letzte Reise und verstarb am 08.09.19 đ
Er hinterlieĂ eine Minimenge flĂŒssigen Kot, den ich dann noch
unters Mikroskop legte - und da wurde ich fĂŒndig -
gleich zwei Darmsaugwurmeier !đ±
Die Behandlung kam wohl leider zu spÀt.
Trotz Medikament hat der Darmsaugwurm sein Werk vollendet
und seinen Wirt umgebracht - so grausam kann die Natur sein.
Hilflos und traurig bleibt man an solchen Tagen zurĂŒck.
đđđ„
R.I.P armer Jacky
đđđ
So sehr hÀtte ich Dir noch ein paar Jahre
ein Leben in Freiheit gewĂŒnscht đ
đ
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