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Die Gefahren für unseren einheimischen Braunbrustigel

sind vielfältig und er gerät zunehmend in große Not.

Darum kümmere ich mich mit viel Herzblut bereits seit

über 10 Jahren u.a. um diese bedrohte Tierart.

Über 200 Tiere wurden mittlerweile aufgezogen, behandelt,

gepäppelt, medizinisch versorgt und überwintert.

Es kostet enorm viel Zeit, Kraft, Geld und jede Menge Nerven,

aber jedes einzelne kleine Leben ist es wert!

Sonntag, 20. August 2017

Igelbaby Stanley - ein kleiner Kämpfer




Igelbaby Stanley

Der kleine Stanley ist ein echter Kämpfer  💙
Wir haben den Durchfall im Griff und er trinkt eifrig seine Milch.
Inzwischen hat er ordentlich aufgeholt und wiegt jetzt sage und 
schreibe bereits 146 Gramm 👍 und auch sein Haarkleid
beginnt langsam zu wachsen.





Das allerbeste ist aber, dass er bereits die Augen öffnet.
Es doch ein besonderer Moment, wenn so ein kleines Wesen
einen plötzlich anschaut. Ob er wirklich schon etwas erkennen
kann, weiß ich nicht genau, aber das ist dann wohl nur 
eine Frage der Zeit    😃



Stanley blinzelt zunächst mit seinem rechten Auge,
bevor er dann beide Augen öffnet 👀


Bei allem Aufwand und Schlafmangel, den die Versorgung eines
so kleinen Wesens mit sich bringt, so sind es doch immer
wieder ganz besondere Momente, die man dadurch erleben darf.

Im Moment ist Stanley auf einem guten Weg und es wird 
weiter berichtet, wie er sich entwickelt.




Donnerstag, 17. August 2017

Bangen um Igelbaby Stanley

Klein Stanley

Seit Samstag ist Stanley nun schon in meiner Obhut.
Zunächst lief alles gut, er hat brav seine Milch getrunken
und auch schon die 100-Gramm-Marke geknackt. 

Dienstag bekam er Durchfall - fatal bei so einem  kleinen Zwerg. 
Am Mittwoch verlor er dann bereits deutlich an Gewicht - über 10 Gramm in 
zwei Tagen. Das hört sich nicht viel an, wenn man aber bedenkt,  dass der Kleine ja 
überhaupt nur 100 Gramm wiegt, ist das ne ganze Menge. Zumal er 
eigentlich um die 10 Gramm pro Tag zulegen sollte.


Viele Medikamente sind längst nicht für so winzige Stachelkugeln
geeignet und man sollte hier auf keinen Fall selbst experimentieren.
Allzu viele Versuche hat man nicht bei so einem kleinen Organismus.
Eine Igelexpertin hat aber noch einen Tipp, wie wir den Durchfall in den
 Griff bekommen können - ein pflanzliches Mittel könnte helfen.

Etliche Telefonate mit diversen Tierärzten in der Umgebung,
bringt die Erkenntnis, dass keiner dieses Präparat vorrätig hat. 😟
Zum Glück kann die Apotheke das Produkt bis zum Abend
besorgen - für über 30 € und einer VE von 400 Gramm!
Ganz nach dem Motto - darfs ein bissi mehr sein?!

Das ist wohl auch die kleinste VE, wie mir später Tante Google
verrät. Meine Theorie ist, dass es vorrangig für Pferde verwendet
wird und so schon im Vorfeld ganz andere Mengen benötigt werden.
Klein Stanley hingegen benötigt nur Minimengen 😐

Da meine Tierärztin, die sich inzwischen sehr gut mit Igeln auskennt,
im Urlaub ist, versorgt mich eine neue Tierärztin im Nachbarort noch mit weiteren 
Medikamenten , falls sich der Zustand des Kleinen noch verschlechtern sollte. 
Manchmal können bereits Igelsäuglinge über die Muttermilch mit Krankheitserregern
 infiziert sein und schon sehr früh auch ein Antibiotikum benötigen.

Mit allem ausgestattet, was in Frage kommt und um einige Euro leichter, beginnen 
wir nun den Kampf um jedes Gramm. Selbstverständlich sollte immer ein
Pflegeprotokoll geführt werden, in dem jeweils das Gewicht, die Fütterungszeiten 
und Mengen, sowie andere Besonderheiten, wie z.Bsp. Durchfall notiert werden. 

Damit er nicht allzu viel Gewicht verliert, wird er auch weiterhin nachts 
gefüttert. Zum Glück nimmt er willig die Nahrung auf und lässt sich nicht lange bitten. 
Auf was er ganz besonders abfährt ist Fencheltee - am liebsten pur 😊 
Somit bleibt ihm auch die Infusion erspart, da er ausreichend 
Flüssigkeit zu sich nimmt. 

Heute lässt sich bereits sagen, dass sich die Kosten für das pflanzliche 
Präparat allemal gelohnt haben!
Zwar ist Stanley noch längst nicht über dem Berg, aber
immerhin hat er heute schon wieder ein paar Gramm zugelegt 😊

Stanley nach der Mahlzeit - erschöpft und völlig entspannt.




Montag, 14. August 2017

Igelbaby Stanley - Tag 3 Fütterung

Ob Stanley wohl träumt ....

Der kleine Stanley hat die letzten beiden Nächte gut überstanden.
Er nimmt seine Milch sehr gut an und hat inzwischen auch
an Gewicht zugelegt. Ein sehr gutes Zeichen 😊

Seine Finderin erkundigt sich jeden Tag per WhatsApp,
wie es dem Kleinen geht - total lieb 💗
Er hatte wohl wirklich Glück im Unglück.

Noch immer sind seine Augen geschlossen, aber er registriert
jede Bewegung in seiner Nähe. Manchmal kugelt er sich sogar schon 
ein und man kann ein leises Fauchen vernehmen- was 
ein deutliches Zeichen von Abwehr ist.

In der Mitte ist es schön kuschelig warm
Stanley wohnt im Moment in einer kleinen Transportbox.
Ganz unten liegt eine große Wärmflasche und seitlich eine kleinere.
Darüber kommt ein erstes Fell und darauf dann das zweite, 
welches er immer wieder absucht. Vermutlich hofft er darauf
doch noch die Zitzen seiner Mama zu finden, die doch irgendwo hier
sein müssten .....😢

Alle paar Stunden werden die Wärmflaschen erneuert, aber der 
Vorteil ist, dass sie so das Körbchen sehr lange warm halten,
ohne dass es gleich zu heiß wird. Regelmäßig wird mit der Hand
natürlich überprüft, wie warm es im Körbchen tatsächlich ist. 

Allerdings weiß sich der Zwerg schon ganz gut zu helfen,
wird es ihm zu warm, krabbelt er nach oben und 
außen, in die kühleren Bereiche. Sind die Wärmflaschen
in der Nacht nur noch wenig warm, kriecht er tiefer
in die Mitte, wo es noch am wärmsten ist.
Ganz schön klug der kleine Wicht 😄


Und so sieht das dann aus, wenn die Wärmflaschen
frisch befüllt wurden und es dem kleinen Stanley
zu warm wird ......
Während seine Mahlzeiten gerichtet werden, 
wird er nicht aus den Augen gelassen und das sieht dann so aus:

Streiky und Smoky lassen den Korb nicht aus den Augen,
bis Frauchen wieder zurück kommt.

Und wenn dann endlich angerichtet ist, zeigt sich Stanley
vorbildlich von seiner besten Seite - seht selbst:



Und dann schießt der Kleine den Vogel ab - 
er kann seine Augen noch nicht öffnen, beginnt aber bereits, 
die Milch von meiner Hand zu schlabbern.
Reife Leistung für so eine kleine Stachelkugel! 





Na wenn das keine guten Voraussetzungen dafür sind, 
mal ein großer, starker Igel zu werden .........
Danke an alle fürs Daumendrücken 💗


Derweil hat der Sommer Wort gehalten und ist zurück.
Was kann das besser zum Ausdruck bringen, 
als diese herrliche Sonnenblume 🌻




Samstag, 12. August 2017

Hilfloses Igelbaby Stanley

Stanley -ganze 89 Gramm bringt der kleine Zwerg auf die Waage

Das Wetter erinnert eher an Herbst als an Sommer - 
es regnet und hat tagsüber 15 Grad 🌂

Das hätte dem kleinen Zwerg, genannt Stanley, sehr schnell zum 
Verhängnis werden können. Er ist einen steilen Abhang
hinuntergerollt und lag neben einer Mülltonne auf dem Rücken.
Wo Mutter und Geschwister sind - wir wissen es nicht.


Herbstwetter im August 

Isabel, seine Finderin, handelte schnell und versuchte sogleich
telefonisch Hilfe zu bekommen. Über einen Tierarzt landete
sie bei mir und brachte mir den Kleinen unverzüglich.
Dafür ein herzliches Dankeschön und natürlich
auch für die Futterspende💗

Er war total ausgekühlt, wog ganze 89 Gramm und 
hat die Augen noch geschlossen. Sein Stachelkleid
ist bereits braun, aber das Haarkleid fehlt noch komplett.
Er dürfte um die 2 Wochen alt sein und wäre ohne
Hilfe verloren. Auch jetzt ist er noch längst 
nicht über dem Berg. 

Igelsäuglinge brauchen eine spezielle Aufzuchtsmilch
und dürfen weder Kuhmilch noch die gängige 
Katzenmilch bekommen. 

Da ich länger keine solch kleinen Igelsäuglinge mehr versorgen musste,
war die vorhandene Aufzuchtsmilch nicht mehr verwendbar.
Endlose Telefonate ergaben, dass kein Tierarzt und auch
zwei Tierkliniken keine geeignete Aufzuchtsmilch vorrätig haben.

Letzte Rettung war meine Tierärztin, die zwar heute keinen
Notdienst hat, aber den kleinen Zwerg dennoch nicht
im Stich ließ. Es gibt eine Katzenaufzuchtsmilch,
die ebenfalls geeignet ist und die sie auch vorrätig hatte.

Puuh - welche Erleichterung! Ohne dieses Pulver wären
wir beide echt aufgeschmissen gewesen.
Er hat gleich noch eine kleine Infusion mit einem Aufbau-
mittel erhalten, da er etwas "ausgetrocknet" wirkte.
Niemand weiß, wie lange er schutzlos in der Kälte lag.

Zwar war Fencheltee verfügbar, aber auch der darf 
nur verabreicht werden, wenn das Tier die
normale Körpertemperatur hat.
Sobald sich ein Tier kalt anfühlt, darf ihm keine
Flüssigkeit und schon gar keine Medikamente verabreicht werden. 

Erwärmen sollte man den Igel am besten mit einer handwarmen
Wärmflasche, die in ein Tuch gewickelt wird. 
Auch hier muss auf Überhitzung geachtet werden. 
Allerdings sollte das Tier immer die Möglichkeit haben, die Wärmequelle
zu verlassen, falls es ihm dann doch zu warm wird.

Selbst Stanley, der noch so klein ist, robbt an den Rand des
Fells, wenn es ihm augenscheinlich zu warm wird.




Nun heißt es, alle paar Stunden füttern - auch nachts.
Toiletting darf ebenfalls nicht vergessen werden, da so kleine Säuglinge noch 
nicht eigenständig Kot absetzen können. Im Normalfall kümmert sich
die Igelmama darum und massiert den Bauch der Kleinen entsprechend.

Stanley nach der Fütterung - satt und müde
Soeben hat der Kleine seine dritte Mahlzeit bekommen.
Er ist wohl ein kleiner Kämpfer und das lässt hoffen,
dass er es schafft. Bitte alle Daumen drücken ....

An seinem Fundort haben wir noch nach dem Nest oder 
seinen Geschwistern gesucht - leider ohne Erfolg.
Bleibt zu hoffen, dass die Igelmama die anderen Babys 
weiter versorgen kann ...........



Nebelschwaden und Regenwolken ziehen übers Land,
doch der Sommer plant bereits sein Comeback


Donnerstag, 3. August 2017

Neues von den Notfall-Igeln .....




Nach einer kühlen Wetterphase gibt der Sommer nochmal alles - 
35 Grad und schwüle Hitze und dann heftige Gewitter - 
immer im Wechsel .........
Der Wetterbericht verspricht Abkühlung - Anfang nächster Woche -
und es bleibt spannend, ob sich das Wetter auch daran hält.

Derweil sind regelmäßige Besuche bei der Tierärztin unerlässlich.
Und wie im richtigen Leben gibt es gute Nachrichten und solche,
mit ungewissem Ausgang ......

Django hatte eine verletzte Zehe, die übel aussah. Inzwischen zeigt die 
Behandlung erste Erfolge - seht selbst:

Django mit gut verheiltem Zeh 
Zumindest sieht es ganz danach aus, als würde der Zeh gut verheilen
und sich nicht weiter entzünden. Die Kralle fehlt, aber das 
ist in diesem Fall das kleinere Übel.
Weniger gut ist, dass er jetzt ordentlich hustet und trotz gutem
Fressverhalten kaum an Gewicht zunimmt. Hier besteht vermutlich noch
Handlungsbedarf ........


Mr. Schlitzohr mit amputiertem Zeh
Bei Mr. Schlitzohr wurde zwar nur der vordere Teil seines Zehs entfernt - 
laut Tierärztin unumgänglich, da es sich immer wieder mit Eiter füllte,
aber die Schwellung gefällt mir so gar nicht. Morgen wird das 
genauer untersucht werden und es bleibt zu hoffen, dass
nicht noch mehr entfernt werden muss .....

Bei Keks gibt es kein aktuelles Foto, da zwar das Loch im Kopf
nicht mehr eitert, aber die Wunde selbst noch immer nicht
besonders gut aussieht. Auch er hustet enorm und
nimmt kaum an Gewicht zu. Laut Kotprobe hat 
er eine hohe Belastung an Darmhaarwürmern .........
Zunächst muss aber erst die Wunde am Kopf behandelt werden
und dann nehmen wir die nächste "Baustelle" in Angriff.

Und dann ist da noch Meiky ........
er ist mit Abstand der wehrhafteste und aggressivste Igel,
den ich bisher in Händen hatte 😬

Im Grunde sind Igel Einzelgänger und legen kein Revierverhalten an den Tag -
ganz anders Meiky! Er attackiert seine Artgenossen und weiß seine
Zähne sehr wohl einzusetzen. Doppelte Handschuhe sind ratsam,
wenn man sich keine Bissverletzung holen möchte.
Irgendwie scheint er den Garten für sich allein zu beanspruchen 😎











Meiky - ein alter Haudegen und Kämpfer

















Und so lebt er rund um  und in meinem Garten und lässt sich immer wieder 
blicken. Er ist der einzige Igel, den der Lichtkegel der Taschenlampe 
kaum beeindruckt. Wenn alle anderen flüchten, schaut er 
neugierig und manchmal auch bissi angriffslustig drein.
Ganz nach dem Motto: Weglaufen - keine Option!

Beim letzten Wiegen fand sich allerdings eine unschöne Wunde am Kinn,  welche er 
wohl schon länger hat. Auch hat er ordentlich an Gewicht verloren - 
 hier wird vermutlich eine hohe Belastung an Parasiten vorliegen,
die es zu behandeln gilt.

Igel haben zwar immer eine gewisse Belastung an Parasiten, 
mit der sie auch gut zurecht kommen, aber wenn sie
überhand nimmt, kann es sehr ernst werden.

Meiky mit Wunde am Kinn
Die Wunde ist mittlerweile schon etwas verheilt und der Husten
lässt auf Lungenwürmer schließen. Somit wird er wohl noch ein paar Tage 
länger im Lazarett bleiben müssen.


Im Garten blüht es noch an allen Ecken, doch mit abgeernteten Getreidefeldern
und einem Meer von Sonnenblumen winkt bereits der Herbst .......