Eine Reise nach Amsterdam am 12.03.2013 zum IMM
(Internationales Manager-Meeting)
wurde zum Horror-Trip.
 |
Menschen stehen Schlange - die Anfänge |
 |
Wintereinbruch Fraport 12.03.2013 |
 |
Nichts geht mehr => Übernachtung auf Feldbetten |
Es begann ganz harmlos - der gebuchte Flug von Frankfurt nach Amsterdam
um 12:35 Uhr wurde annulliert.
Guter Hoffnung einfach Flug umbuchen auf 16:35 Uhr und den Abholservice
ebenfalls umbestellen - alles ganz easy - erstmal.
Es schneit ohne Ende - Vollsperrung der A3 wegen Unfällen -
die Anfahrt nach Frankfurt allein dauert schon zweieinhalb Stunden!
Während der Fahrt teilt der Fahrer mit - der Flug um 16:35 Uhr wurde
inzwischen ebenfalls annulliert.
Die Menschen bilden bereits lange Schlangen um ihre Flüge umzubuchen.
17:35 Uhr heisst die Hoffnung - aber leider wird daraus nichts. OK - 19:00 Uhr,
man wird ja bescheiden - Hauptsache es geht überhaupt noch ein Flug.
Die freundliche Dame von Lufthansa überredet zum Flug um 20:55 Uhr,
da hier angeblich die besten Chancen bestehen.
Gepäckaufgabe, Bordticket und noch immer Optimismus.
Der Blick auf die Anzeigentafel eröffnet dann - fast alle Flüge gestrichen.
Inzwischen haben sich tausende Menschen zu kilometerlangen Schlangen aufgestellt -
es dauert Stunden. Genau gesagt - 7 Stunden in 2 Etappen! Da tröstet auch die
Versorgung von Lufthansa mit Schokolade und Getränken nicht wirklich.
Die letzten 3,5 Stunden werden zur Nervenprobe. Dann wieder die Auskunft -
leider nichts zu machen. Nur wenige Fernflüge nach Singapur, Bankok gehen raus.
Es entsteht der Eindruck, die Leute werden in den Warteschlangen "geparkt" - damit
nicht alle gleichzeitig auf die Idee kommen, sich eventuell hinsetzten zu wollen.
Zimmersuche ist eh aussichtslos - in Frankfurt ist Messe - na super.
Gepäck kann man auch nicht wieder holen, da 80 km Förderbänder die Koffersuche
unmöglich machen. Somit fällt auch die Option einer evtl. Bahnfahrt weg.
Die Situation auf den Strassen ist ebenfalls aussichtslos. Also doch wieder
umbuchen - aber nicht auf 7:00 Uhr - dieser Flug ist bereits hoffnungslos
überbucht - es bleibt also 9:00 Uhr - denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Na dann nix wie rüber in Terminal 2 (Ankunftsflüge) und ein Feldbett mit Decke
ergattern. Leider verloren - alle Feldbetten sind bereits belegt - alle Decken vergeben
und auch die Sitzplätze sind sehr rar geworden. Auch wenn man noch einen ergattert
hat, es ist nicht dran zu denken, darauf zu schlafen - absolut unmöglich.
Gefühlte hundertmal ertönt die Ansage der Bahn "Abfahrt zum Terminal 1 -
aus Sicherheitsgründen ist das Mitnehmen der Gepäckwägen nicht erlaubt".
Weinende Kinder und erschöpfte und genervte Eltern.
Die ersten Menschen legen sich auf den kalten Steinboden, manche mit
Handtüchern, Prospekten und Zeitungen oder aber ohne alles, um wenigstens
etwas zu schlafen.
Um zwei Uhr nachts bittet der hessische Rundfunk um ein Interview.
So kommt man in den zweifelhaften Genuss, seine eigene Erschöpfung im Fernsehen
zu sehen (und alle Kollegen zu Hause auch ;-)
Um 6:00 Uhr kehren die meisten Menschen wieder an die Schalter zurück - natürlich in
Reih und Glied. Leider hat die Kaffeemaschine des Bistro's den Ansturm der vorherigen
Nacht nicht überstanden und somit gibt es hier heute nur noch schwarzen Kaffee.
Die anderen Kaffee-Shops haben ordentlich zu tun, die geräderten Menschen bei fürstlichen Preisen mit Kaffee und Gebäck zu versorgen.
Zwischendurch gibt es Absperrungen wegen vermeintlichen "Bombenbedrohungen"
durch herrenlose Gepäckstücke.
Um 9:00 soll es losgehen - leider fehlt ein Mitglied der Crew - aber die Verspätung hält sich Anbetracht der vorherigen Nacht wirlich in Grenzen. Mit dem Bus zur Maschine - Plätze eingenommen und Abflug. Erleichertung ist deutlich zu spüren.
Immerhin gab es Passagiere die erst mit 2 Tagen Verspätung ihre Anschlußflüge in Aussicht gestellt bekommen haben.
Der Flugkapitän verspricht Gas zu geben und wir erreichen in nur 40 Minuten unser Ziel.
Hier der Morgenbericht im Hessischen Fernsehen mit Interview:
Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir den Flughafen in Amsterdam.
Die Strapazen werden mit einer heißen Dusche und frischer Kleidung "beseitigt".
Der letzte Teilnehmer erreicht das Meeting aus Frankreich mit 25 Stunden Verspätung -
er saß auf der Autbahn fest! So gesehen haben wir ja fast noch Glück gehabt *feix*
Am Donnerstag geht es mit einer knappen Stude Verspätung wieder zurück
nach Frankfurt.
Die meisten Teilnehmer erreichen sogar noch ihre Anschlußflüge -
aber leider ohne Gepäck, da das Umladen in der Kürze der Zeit nicht möglich war.
Die Lufthansa bedauert und schickt das Gepäck nach.
Na da freut man sich doch schon richtig auf die nächste Reise !